Copy und work

“Copy und work”, so heißt ein Projekt der Diakonie Hasenbergl in den Münchner Stadtteilen Ramersdorf und Berg am Laim. Seit 2007 bietet “Copy und work” jungen Erwachsenen die Chance, sich in den Bereichen Hauswirtschaft, Gastronomie und Catering beruflich zu qualifizieren. Im Rahmen von 1-Euro-Jobs lernen bis zu 12 junge Erwachsene alles über Themen wie Hygienerichtlinien, sachgerechte Zubereitung von Speisen und Getränken, Lagerhaltung und so weiter.

2010-11-29_Copy_und_work_10min15sec

“Copy und work”, diese zu einer etablierten Einrichtung für Jugendliche und junge Erwachsene im Münchner Osten gewordene Einrichtung ist nun in das ehemalige Postgebäude in der Bad-Schachener-Straße eingezogen, am Freitagnachmittag fand dort aus diesem Anlass ein kleines Fest statt.

‘Copy und work’ im ehemaligen Postgebäude in der Bad-Schachener-Straße

Michael Lucan war da und erzählt uns mehr über “Copy und work”.

(Klingeln) – Michael Sturm: “Einen schönen guten Tag allerseits, ich begrüße Sie recht herzlich in den neuen Räumen von ‘Copy and work’. Michael Sturm ist mein Name, ich bin Betriebsleiter bei der Diakonie Hasenbergl und betreue die Arbeiten hier vor Ort.

Michael Sturm, Betriebsleiter bei der Diakonie Hasenbergl

Heute morgen habe ich mir überlegt, ob ich ‘nen Smoking oder ‘nen Blaumann anziehe, Sie sehen: Wir haben es an manchen Punkten nicht ganz geschafft, es gibt eine Baugrube – wir haben noch die ganze Nacht hier gearbeitet und getan und gemacht – und der Staub. Auch deswegen der Blaumann, wir haben nicht den ganzen Staub rausgebracht, gestern war’s noch ‘ne richtige Baustelle – Bitte, dies zu entschuldigen.”

Es war ein langes Fest am Freitagnachmittag. Die üblichen Honoratioren waren alle da und Reden wurden auch gehalten, Musik von der Rolli-Gang half, ein langes Vorspiel durchzuhalten, bevor dann später eine Geburtstagstorte, viel Kaffee und Kuchen serviert und Luftballons auf die Reise geschickt wurden – und der Münchner Zauberer Korbinian seine Kunst präsentieren konnte.

“Copy und work”, eine Einrichtung der Diakonie Hasenbergl zur Integration von Jugendlichen in den regulären Arbeitsmarkt, feierte am Freitag seinen bevorstehenden Umzug in eigene Räume in der Bad-Schachener-Straße 2, im ehemaligen Post-Gebäude.

Eva Grundner, Geschäftsführerin der Diakonie Hasenbergl

Eva Grundner, Geschäftsführerin der Diakonie Hasenbergl: “Diakonie Hasenbergl hier in Neuperlach,
Ramersdorf, im Münchner Osten draußen. Einige von Ihnen werden sich fragen, wie kommt denn das? Dazu möcht’ ich ein bißchen Aufklärung geben.
Unser Träger hat seine Wurzeln im Hasenbergl, hat 1964 dort begonnen, in diesem neuen Stadtteil Hasenbergl soziale Projekte, die den Bedarfen der Bevölkerung entsprachen, aufzumachen.
Unter anderem eben auch die Junge Arbeit ist München-weit auch
bekannt geworden. Und so ist 1995 hier im Münchner Osten die Junge Arbeit Neuperlach gegründet worden.”

Die “Junge Arbeit Neuperlach” betreibt “Copy und work” und feierte – ebenfalls am Freitag – ihr 15-jähriges Bestehen.

Kurt Damaschke, Vorstand der Jungen Arbeit Neuperlach

Kurt Damaschke, Vorstand der Jungen Arbeit Neuperlach erklärt deren Ziele, und wie sie erreicht werden sollen:
” … indem wir mit unseren Veranstaltungen Aufmerksamkeit für das Thema ‘Jugend und Arbeit’, ‘Was kommt nach der Schule’ (wecken). Wir wollen ein bißchen dafür sorgen, dass junge Menschen, die nicht in Arbeit stehen, nicht von vornherein, wie es manchmal in der Politik auch üblich ist, nicht hier vor Ort in München sondern in den größeren Medien, dass dann gleich ein negativer Touch auf Menschen fällt, die eigentlich nichts dafür können, dass sie nicht gleich den großen Einstieg in das Arbeitsleben finden.”

“Copy und work”, ein Projekt der Jungen Arbeit Neuperlach, unterstützt seit dem Jahr 2007 Jugendliche und junge Erwachsene, oft mit schulischen Leistungsschwächen, mit prekären familiären Lebensverhältnissen und voller
Hoffnungslosigkeit, die ALG-2-Leistungen beziehen.
“Copy und work” hilft Ihnen dabei, eigene Perspektiven für Ihre Zukunft zu entwickeln und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Eva Grundner: “Wir gaben diesem neuen Teilbereich von Junge Arbeit Neuperlach den Namen ‘Copy und work’. Und mit der Anmietung dieses ehemaligen Post-Gebäudes können wir jetzt vierundzwanzig Qualifizierungsplätze einrichten, und planen damit, jährlich über 100 Jugendlichen intensive berufliche Beratung und Unterstützung bei der Arbeitsstellensuche zu geben.
Auch Bewohner des Stadtteils können natürlich hier mit berufsspezifischen Fragen kommen und werden in diesen Räumen beraten. Und wir hoffen, das wir auch weiterhin unentgeltlich hier eine Rechtsberatung anbieten können.”
Die “Junge Arbeit Neuperlach” betreibt “Copy und work” – feierte ebenfalls am Freitag sein 15-jähriges Bestehen.

“Copy und work” ist also umgezogen und hat jetzt eigene Räume, und sobald die tatsächlich fertig sind, wird es dort mit der Arbeit losgehen.

“Ja, was gehört hier alles dazu? Viele von Ihnen sehen dahinten ein Schild …” und auf dem steht: Pausenglück.

“Ein bereits gut eingeführtes Angebot versorgt Kinder und Jugendliche in den umliegenden Schulen mit frisch zubereiteter Pausenversorgung. …” Außerdem wird Zubereitung von Speisen für einen immer weiter ausgebauten Kundenkreis angeboten – ‘Sozial-Catering’ – und es gibt Stellen als Qualifizierungsmaßnahmen.

office und work – auch hier mit Qualifierungsangeboten – bietet Büro-Service, Kopier und Fax-Service gedacht als Unterstützung bei der Suche nach Arbeit und bei Bewerbungen, auch Computer mit Internetanschluss können hier benutzt werden.
Und es gibt auch Qualifizierungsangebote in diesem Bereich.

coffee und work “wird eine neue Begegnungsstätte hier in der Post sein, wo eben auch Qualifizierung im Bereich Gastronomie, Kaffee ausschenken, aber auch ein neuer Treffpunkt sollhier entstehen – dies kombiniert mit einem Veranstaltungsservice”

Ein schon vorhandenes Angebot ist das JobMobil: “Mit JobMobil fahren wir zu den Aufenthaltsorten von arbeitslosen Jugendlichen und bieten ihnen berufliche Orientierung und Beratung an, arbeiten da zusammen mit den Streetworkern vor Ort.”

Und dann gibt es noch die JobStation: “Bei JobStation finden Beratung, Kurse und Informationsveranstaltungen rund um den Bereich Arbeitswelt statt.”

Und – ganz neu -: Ride und work.

“Bei Ride und work, unserem Fahradkurier, sollen zukünftig kleine Transportfahrten für Senioren, Vereine und Kleinunternehmer hier im Stadtteil angeboten und durchgeführt werden.

Sie sehen also, wir haben Großes vor. In vielfältigsten Bereichen, für den Stadtteil, aber auch für die Menschen, die hier eine Qualifizierung erfahren.”

Dr. Astrid Dobmeier, Referentin für Persönlichkeitsentwicklung und soziale
Kompetenzen

Thematisiert wurde auch die Kritik des Bundesrechnungshofes an 1-Euro-Jobs, mit denen bei “Copy und work” gearbeitet wird. 1-Euro-Jobs seien nicht wirklich hilfreich bei der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt. Bei vielen Menschen geht es jedoch nicht nur und nicht in erster Linie darum.

Zunächst geht es für viele darum, wieder ein eigenes Selbstbewußtsein aufzubauen, zu sehen: “Ich kann etwas schaffen”, wenn auch erstmal in kleinem Umfang. “Ich bin etwas wert und kann in dieser Gesellschaft etwas leisten”. Dass diese Maßnahmen unter Umständen erst nach einer längeren Zeit zu einer
Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt führen, ist allen, die in diesem Bereich arbeiten, bekannt.

Dr. Astrid Dobmeier, Referentin für Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen: “Wir erarbeiten da, was in der Zukunft liegt. Wie’s sein könnte, wenn man seine Persönlichkeit stärkt, wenn man Ziele definiert, wenn’s einem gut geht.”

Die Junge Arbeit Neuperlach und mit ihr das Projekt “Copy und work” wird vom Referat Arbeit und Wirtschaft der LHS München, gefördert, die ARGE München sitzt mit im Boot. Förderung gibt es auch durch die EU, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und natürlich sind auch eigene Mittel der Diakonie Hasenbergl in diesem großen Topf.

Die Finanzierung ist also grundsätzlich gesichert, doch bei den aktuellen  Beschlüssen im Sparparket der Bundesregierung, ist für die Zukunft mit Problemen zu rechnen.

Claudia Tausend, Stadträtin (SPD), während Ihres Grußworts

Dazu Claudia Tausend, die den OB vertrat, in Ihrem Grußwort: “Wie wir damit derzeit umgehen sollen, weiß ich tatsächlich nicht. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller, die hier die Projekte aufgebaut haben. Aller Teilnehmer, die sich auf diese bewährten Strukturen auch verlassen hatten. Und insofern, glaube ich, muss ich jetzt in der Vorweihnachtszeit tatsächlich diese Verunsicherung, die bei mir herrscht, die bei den politisch Verantwortlichen in München herrscht, an Sie weitergeben und nicht verheimlichen. Ich möchte aber die gute Stimmung, die jetzt von der Rolli-Gang reingebracht wurde, nicht verderben, sondern mich bei Ihnen einfach noch einmal herzlich für die geleistete Arbeit in all den Jahren bedanken.

Wir feiern ja heute nicht nur die Einweihung dieser wirklich schönen Räumlichkeiten, sondern auch die Geburtsparty für 15 Jahre erfolgreiche soziale Arbeit der Jungen Arbeit Neuperlach. Also, seit 15 Jahren setzen Sie sich hier ein für einen sozialen Zusammenhalt, schaffen Orte der Begegnung, aber fördern insbesondere Jugendliche, die es ein bißchen schwerer haben auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt, auf ihrem Weg in die Gesellschaft. Und dafür,
glaube ich, auch noch mal ein großer Applaus.”

Copy und work hat seine neuen Räume in der ehemaligen Post in der Bad-Schachener-Straße 2b in Ramersdorf gefunden. Als Treffpunkt mit Café-Betrieb, Büro-Service für arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene … und mit der Möglichkeit, sich in den Bereichen Hauswirtschaft, Gastronomie und Catering beruflich zu qualifizieren.
Derzeit werden in den Räumen noch letzte Arbeiten durchgeführt, bevor in der nächsten Woche endlich der Betrieb losgeht.

Die Telefonnummer von “Copy und work” ist 45 20 66 50, aber erst ab der nächsten Woche.

Und wenn Sie vorher schon Informationen benötigen, dann sollten Sie sich an die Junge Arbeit Neuperlach wenden, der Nummer lautet 45 22 08-0.

Auftritt der Rolli-Gang

Geburtstagstorte ’15 Jahre Junge Arbeit Neuperlach’

[Veröffentlicht auf on-air.lucan.org am 14.04.2013]

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