Rock’n’Roll und Verwandtes #009

Start-Jingle (Lauschlabor01.wav)

Guten Abend – hier ist wieder die Rock’n’Roll-Ausgabe des Lauschlabors, heute abend mit Ringo Starr, den Easybeats, Bill Haley, Golden Earring und vielen anderen. Den Anfang macht aber diese Band:

The Platters / You Made Me Cry · bei Youtube hören

So, nochmal herzlich willkommen im Lauschlabor, heute wieder die Rock’n’Roll-Ausgabe. Mein Name ist Michael Lucan und ich habe eine Stunde Programm für Sie zusammengestellt. Bis Mitternacht also Rock’n’Roll und Verwandtes.

Der erste Titel hieß “You Made Me Cry” und war die B-Seite eines Titels, der für die Band, die ihn damals gespielt hat, der erste große kommerzielle Erfolg wurde. 1955 war das. Und der Titel machte die Band zur erfolgreichsten schwarzen Gruppe der 50er und 60er Jahre … nachdem die Band den Titel bei einer anderen Plattenfirma noch einmal neu und ohne den Charme des Originals aufgenommen hatte. Das wirkliche Original hören wir jetzt, und dann werden Sie wahrscheinlich auch gleich wissen, welche Band das denn nun ist.

The Platters / Only You (Take 1)

Die Platters mit der ersten Aufnahme von “Only You”, die sie 1955 gemacht haben. Veröffentlicht wurde diese Aufnahme allerdings damals nicht, sondern erst vor 3 Jahren auf einer CD. Die damals veröffentlichte Aufnahme war ein klein wenig anders arrangiert. Die gepfiffene Begleitstimme, eben in der letzten Strophe, ging – etwas lauter – über den ganzen Titel und war für mich heute etwas zu penetrant. Damals trotzdem ein Erfolg, der die Band dazu veranlasste, zu einem größeren Label zu wechseln. Und, wie gesagt, der Titel wurde dann dort nochmal neu aufgenommen, in der etwas steifen Hit-Version, die ich aber heute nicht spielen werde. Der erste Titel in der langen Reihe der “Schmuse”-Songs der Platters, für die sie heute noch bekannt sind.

Wir hören noch 2 Titel aus der frühen Zeit der Platters. Hier “Humble Bumble Bee”:

The Platters / Humble Bumble Bee · bei Youtube hören

The Platters / Love All Night · bei Youtube hören

LORA München – hier ist das Lauschlabor. Und heute hören Sie noch bis 24 Uhr ein paar frühe Rock’n’Roll-Aufnahmen. Wie jetzt eben von den Platters. Aber auch neuere Sachen, die dann eher in der zweiten Hälfte der Sendung.

Nachdem die Platter von Federal Records zu Mercury gewechselt waren, wurden sie richig bekannt und waren bis in die 60er Jahre hinein sehr erfolgreich. Mit ihren – ich habe es eben schon gesagt – “Schmuse”-Songs. Wir haben ein paar ihrer älteren Aufnahmen gehört, aus der Zeit, als sie sich noch nicht auf die weiche Linie festgelegt hatten. Und der letzte Titel war “Love All Night”.

Ja, erfolgreich waren sie und erfolgreiche Titel werden bekannt und werden gecovert. Eine sehr individuelle und vor allem andere Coverversion von “Only You” hat Ringo Starr, ehemals am Schlagzeug der Beatles, auf einer seiner ersten Solo-LPs herausgebracht. Das ist auch schon wieder über 30 Jahre her. Und hier ist er, Ringo Starr 1974 mit “Only You”:

Ringo Starr / Only You · bei Youtube hören

Ringo Starr mit “Only You”, seiner Version des Platters-Titels. Von 1974 aus dem Album “Goodnight Vienna”, damals – 1974 – auch als Single erschienen. Ringos richtiger Name ist Richard Starkey, angefangen hat er in der Eddie Clayton Skiffle Group – 1957 war das – spielte auch in anderen Band uns lernte 1962 in Hamburg die Beatles kennen und wurde deren Schlagzeuger. Nach den Beatles spielte er auf einer großen Anzahl von LPs anderer Künstler mit und nahm auch gleich eigene LPs auf. 1989 stellte er für seine erste Solo-Tournee eine Band aus bekannten Musikern zusammen, man nannte sich Ringo Starr and his All Star Band. Mit so bekannten Musikern wie Nils Lofgren, Billy Preston und anderen ging er also auf Tournee.

Und die Ringo Star All Star Band besteht bis heute, in veränderte Zusammensetzung, und wir hören hier die Originalbesetzung von 1989 mit einem Titel der Beatles. “Boys”:

Ringo Starr & his All Star Band / Boys · Andere Version bei Youtube hören

Ringo Starr & his All Star Band / Act Naturally · Andere Version bei Youtube hören

Tja, mein Lieblingstitel von Ringo Starr – “Act Naturally”. Auch mit den Beatles hat er den Titel gesungen, auf der LP “Help” von 1965. Hier aber 1989 live gespielt von Ringo Starr and his All Star Band.

Im Original aber ein Titel von Buck Owens, ein US-Countrysänger. Übrigens vor einem halben Jahr mit 76 Jahren gestorben. Ein Hit für ihn in 1963. Hier ist er, Buck Owens:

Buck Owens / Act Naturally · bei Youtube hören

Bill Haley / Real Rock Drive · bei Youtube hören

Bill Haley – hier noch mit ganz deutlichem Country-Einfluss – 1952 mit den Settlemen und mit seinem Cowboy-Hut, noch auf dem Weg zum großen Ruhm, den er später mit dem Titel “Rock around the Clock” einheimsen sollte. “Real Rock Drive”, einer seiner eigenen Titel, wie gesagt aus dem Jahr 1952.

Über Bill Haley habe ich hier schon viel erzählt. Heute gibt’s mehrere Titel von ihm, aber von anderen gespielt. Einen seiner eigenen Titel hat vor ihm selbst eine andere Gruppe aufgenommen, und zwar The Treniers. Die kamen nicht von der Country-Musik zum Rock’n’Roll – so wie Bill Haley – sondern vom Swing. Seit den frühen 40er Jahren im Geschäft, näherten sie sich in den 50ern dem Rhythm & Blues an und Bill Haley schrieb für sie den Titel “Rock-A-Beatin’ Boogie”:

The Treniers / Rock-A-Beatin’ Boogie · bei Youtube hören

“Rock-A-Beatin’ Boogie”, ein Titel geschrieben von Bill Haley, hier gespielt von den Treniers, eine Band um die Zwillinge Cliff und Claude Trenier. Einer von den beiden hat übrigens später behauptet, er hätte Bill Haley angeregt, “Rock around the Clock” mit seinen Comets aufzunehmen. Sein Erfolgstitel, der ja bis heute mit seinem Namen verbunden ist. Aber ob das so stimmt, weiß man natürlich nicht.

Und jetzt kommt die deutsche Version von “Rock-A-Beatin’ Boogie”. Aber keine Angst, diese deutsche Version hat nun nicht etwa einen deutschen Text, sondern ist nur in den 50er Jahren auf dem Billig-Label Tempo erschienen. Gespielt von Lutz Dietmar und seinem Orchester, aber garnicht schlecht: “Rock-A-Beatin’ Boogie”.

Lutz Dietmar und sein Orchester / Rock-A-Beatin’ Boogie · bei Youtube hören

“Rock-A-Beatin’ Boogie”, hier fast als Instrumentalstück gespielt von Lutz Dietmar und seinem Orchester. Und jetzt drehen wir die Platte um und hören die andere Seite. Wieder mit einem Titel von Lutz Dietmar und seinem Orchester. Der – Lutz Dietmar – war übrigens mit seiner Band, seinem “Orchester”, besonders beliebt bei den amerikanischen Besatzungssoldaten und spielte regelmäßig auf der Air Base Ramstein Swing. Sein Saxophon-Spieler wechselte übrigens später zu Max Greger. Und was aus Lutz Dietmar geworden ist, das weiß ich leider nicht. Aber seinen eigenen Titel “Rock, Baby, Rock”, den hat er uns hinterlassen. Lutz Dietmar und sein Orchester:

Lutz Dietmar und sein Orchester / Rock, Baby, Rock · bei Youtube hören

LORA-Jingle “Schwarzhörer”
Jingle “Lauschlabor”

Noch knappe 20 Minuten Rock’n’Roll und Verwandtes hier auf der 92.4. Zur Zeit Titel von Bill Haley, gecovert von anderen Musikern. Der nächste Titel allerdings, den hatte auch Bill Haley nur nachgespielt. Bill Haley und das Original von Jacky Branston habe ich hier schon gespielt, hier eine Neuaufnahme von The Fantastic Convertibles, was immer das auch heißen soll: “Rocket 88″.

The Fantastic Convertibles / Rocket 88

Also, The Fantastic Convertibles – eine Band aus Minneapolis. “Die beste und authentischste Band für Musik der 50er und 60er Jahre”, so werden sie beschrieben auf der Webseite von Headliner Talent Marketing.
Und noch einen Bill-Haley-Titel habe ich jetzt hier. Das ist “Rock This Joint”, den er Anfang der 50er Jahre noch vor “Rock around the Clock” eingespielt hat. Hier eine Rockabilly-Version von Restless. Die Band hat von Anfang der 80er Jahre bis 1998 bestanden. Die meisten Ihrer Titel Coverversionen, aber doch mit einer eigenen Handschrift. Zwei Stücke hintereinandern, zunöchst “Rock This Joint” und danach ihre Version von “Radar Love”:

Restless / Rock This Joint · bei Youtube hören

Restless / Radar Love

“Radar Love” und Restless. Der Titel stammt im Original aus den 70er Jahren. Hier aber eine Rockabilly-Version aus den 90ern.

Und jetzt nochmal ganz was anderes. Die Polaras aus Kanada – “Hot Rod Ready”:

The Polaras / Hot Rod Ready

Die Polaras, eine kanadische Band aus Ottawa. Und aus ihrer aktuellen CD Firepower stammt “Hot Rod Ready”, der schnellste Titel heute Abend.

Und das war’s für heute. Rock’n’Roll im Lauschlabor gibt’s immer am 4. Dienstag eines Monats von 23:00 bis 24:00 Uhr hier bei LORA München. Das nächste Mal dann also am 26. September.

Eine Playlist der hier gehörten Titel finden Sie auf der LORA-Homepage www.lora924.de. Und E-Mails mit Plattenwünschen, Tips, Hinweisen, Kritik usw. können Sie senden an lauschlabor@web.de.

Verantwortlich für die Sendung heute Abend und am Mikrofon war Michael Lucan. Und wegen des Titel “Radar Love” von Restless habe ich aus dem Keller die alte LP von Golden Earring hervor gekramt, auf der das Original von “Radar Love” von 1973 ist. Lange nicht gehört: Golden Earring mit “Radar Love”. Und damit verabschiede ich mich und wünsche Ihnen eine Gute Nacht.

Golden Earring / Radar Love · bei Youtube hören

Veröffentlicht unter http://on-air.lucan.org/rocknroll-und-verwandtes-009 am 19. April 2014 um 14:28

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