Rock’n’Roll und Verwandtes #010

Start-Jingle (Lauschlabor01.wav)

Und am Mikrofon begrüßt Sie: Michael Lucan. Herzlich Willkommen bei einer Stunde Rock’n’Roll. Heute gibt’s mal wieder ein buntes Programm mit Aufnahmen aus den 50er Jahren, nur wenige bekannte Namen sind dabei. Mit einem der bekannteren fangen wir heute an, gewissermaßen mit dem Motto dieser Sendung:

Wanda Jackson und “Let’s Have A Party”:

Wanda Jackson / Let’s Have A Party · bei Youtube hören

Wanda Jean Jackson, die schon mit 15 Jahren einen Talentwettbewerb gewonnen hatte und dadurch eine tägliche 15-Minuten-Radioshow bei einem lokalen Sender machen konnte. Elvis Presley soll ihr geraten haben, von der Country-Musik auf Rockabilly umzusteigen.

Das hat sie dann auch getan, ist später aber, in den 60er-Jahren (und übrigens bis heute), wieder zurück zur Country- und Westernmusik gegangen.

“Let’s Have A Party”, das ist ihr bis heute bekanntester Rock’n’Roll-Titel. Wir hören Sie später noch einmal, erst kommt aber Barbara Pittman, die uns etwas deutlicher sagt, was Sie will: Einen Mann!

Barbara Pittman / I Need A Man · bei Youtube hören

“I Need A Man”, aufgenommen im April 1956 von Barbara Pittman. Eine Aufnahme von Sun Records, dem Label von Sam Phillips, den man getrost als den Entdecker von Elvis Presley bezeichnen kann.
Barbara Pittman hatte mit Ihren Aufnahmen so überhaupt keinen Erfolg, dass man sich wirklich fragen muss, was eigentlich der Grund dafür ist, das Rockabilly- und Rock’n’Roll-Nummern weiblicher Interpreten so signifikant weniger kommerziellen Erfolg hatten.

Sie ging mit vielen anderen Sun-Stars auf Tournee, trat gemeinsam mit Elvis auf, mit Jerry Lee Lewis usw. – Elvis’ und ihre Eltern waren befreundet und die beiden kannten sich schon als Kinder.

Tja, wie gesagt, besonders erfolgreich wurde sie nicht mit Ihren Platten – das Schicksal vieler Rockabilly-Sängerinnen – konnte dann aber doch von ihrer Musik leben: Als Studiomusikerin und –sängerin war sie für die Musik vieler Filme – die natürlich nichts mit Rock’n’Roll zu tun hatte – verantwortlich. Und Sie trat bis kurz vor Ihrem Tod im Oktober 2005 immer mal wieder auf. Barbara Pittman.

Und wir machen weiter mit Elvis, in gewisser Weise Mentor der beiden Damen, und sicher seinerseits auch von beiden beeinflusst, hier mit einer Aufnahme von 1956, “Ready Teddy”:

Elvis Presley / Ready Teddy · Andere Version (life) bei Youtube hören

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Sparkle Moore / Rock A Bop · bei Youtube hören

Sparkle Moore war das. Ihr richtiger Name ist Barbara Morgan, und – jedenfalls unter dem Pseudonym Sparkle Moore – es gibt nur eine Hand voll Aufnahmen von ihr, 2 Singles sind damals erschienen 1956, eine davon war “Rock A Bop”. In den fünfziger Jahren war sie schon was besonderes, wenn Sie in Lederklamotten und mit Elvis-Tolle in ihrem blonden Haar auftrat – und damit so garnicht dem Bild entsprach, das sich die Elterngeneration von einem anständigen Mädchen machte und macht, damals wie heute.

Damals – 1956 – war sie 17 Jahre alt und machte gleich eine Promo-Tour für Ihre erste Single durch die Vereinigten Staaten. Weiß der Teufel, warum aus ihr in dem Business nichts geworden ist.

Vor Ihr hörten wir Elvis Presley mit “Ready Teddy” – und zu Elvis brauche ich hier wohl nichts zu sagen.

Weiter geht’s – mit Ronnie Self. Auch er hat, obwohl es nun wirklich viele Aufnahmen von ihm gibt, irgendwie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Von 1956 bis 1969 war er im Geschäft. Und aus 1957 stammt sein “Bop A Lena”:

Ronnie Self / Bop A Lena · bei Youtube hören

Ronnie Self, “Bop A Lena” aus dem Jahr 1957, tja, sein Stil war wohl doch etwas zu rauh für das offizielle Musik-Businnes jener Jahre. Dieser Titel schaffte es gerade auf Platz 68 in den Billboard Charts.

Nun, immerhin, andere Titel wurden dort garnicht notiert. Wir gehen ein paar Jahre weiter, damals 1957 war Ronnie Self mit 19 Jahren noch relativ wild. Noch 1957 heiratete er und seine Titel wurden dann … sanfter. Ein paar Jahre später – 1962 war das – kam zum Beispiel dieser heraus: “Instant Man”:

Ronnie Self / Instant Man · bei Youtube hören

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Ronnie Self / Some Things You Can’t Change · bei Youtube hören

“Some Things You Can’t Change” und “Instant Man”, beides Titel einer Single von Ronnie Self aus dem Jahr 1962. Ronnie Self ist im August 1981 im Alter von 43 Jahren gestorben, dem Nachwelt hat er mehr als 400 Titel als Autor hinterlassen, nur einen Bruchteil hat er selber aufgenommen, einiges davon Filmmusik für verschiedene Hollywood-Produktionen.

Nun ist wieder eine Frauenstimme dran, wir haben heute angefangen mit Wanda Jackson, und hier ist ein weiterer Titel aus ihrem Repertoire, “Slippin’ And Slidin'” von 1961:

Wanda Jackson / Slippin’ And Slidin’ · bei Youtube hören

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Ruth Brown / Teardrops From My Eyes · bei Youtube hören

Hier ist das Lauschlabor, jeden 4. Dienstag im Monat gibt’s hier Rock’n’Roll und verwandte Musik. Und nach Wanda Jackson war das Ruth Brown mit “Teardrops From My Eyes”. Ruth Brown, war in den 50erJahren eine der populärsten Rhythm-And-Blues-Sängerinnen in den USA. Mit “Teardrops From My Eyes” gelang ihr 1955 ein Top-Ten-Hit in den R&B-Charts. Sie hat später umgesattelt und singt jetzt Jazz, für eines Ihrer Alben hat Sie 1989 einen Grammy als beste Jazz-Sängerin bekommen.

“Wild Wild Young Men”, diesen Titel von Ruth Brown, geschrieben von Ahmet Ertegun, dem Gründer des Atlantic-Lables (er war der Sohn des türkischen Botschafters in den Vereinigten Staaten), wollte ich eigentlich als nächstes spielen, habe aber die falsche CD eingepackt. Aber den Titel kann ich trotzdem spielen, hier nicht von Ruth Brown, sondern von Roxanne Potvin interpretiert – eine Aufnahme aus dem Jahr 2005: “Wild Wild Young Men”:

Roxanne Potvin / Wild Wild Young Men

Freddy Bell & The Bell Boys / Take The First Train Out Of Town · bei Youtube hören

Freddy Bell und die Bell Boys – “Take The First Train Out Of Town”. Die Band ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass sie in dem Film “Rock around the Clock” von 1956 neben Bill Haley und seinen Comets zu sehen und zu hören war. Nur mit 2 oder 3 Titeln, aber immerhin.

So, jetzt kommt mal was ganz anderes, nicht so rockig, sondern ein Schlager aus der Rock’n’Roll-Zeit von Connie Francis. Wie alles andere heute abend und überhaupt die meisten Titel der Rock- und Pop-Musik wird natürlich auch wieder das Verhältnis der Geschlechter thematisiert. Concetta Rosa Maria Franconero, so ist ihr richtiger Name, mit “Lipstick on your Collar”. Ein Drama mit allen Zutaten, Liebe und Betrug, Eifersucht und so weiter. Und danach die deutsche Version:

Connie Francis / Lipstick On Your Collar · bei Youtube hören

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Conny Froboes / Lippenstift am Jacket · bei Youtube hören

Die beiden Connies der 50er und 60er Jahre. Connie Francis, Ende der 50er die erfolgreichste amerikanische Sängerin in der Pop-Fraktion des Rock’n’Roll und “Lipstick On You Collar”, und danach der Kinderstar von 1951, anschließend gab sie die deutsche Version von Connie Francis: Cornelia Froboess.
Sie machte bis in die 60er deutsche Schlager und ist heute Schauspielerin in Film, Fernsehen und Theater und Synchronsprecherin.

“Lippenstift am Jacket”, war die von einem gewissen Herrn oder Frau Kia genial verdeutschte Version von Connie Francis Hit.

Übrigens gab’s 1976 eine Punkversion der Saints und erst 1996 eine Neopunk-Version einer Band namens Wretched Ones, die ich leider beide nicht kenne.

Ricky Coyne / Short Fat Fannie · bei Youtube hören

Ricky Coyne, das ist jemand, über den ich nicht viel erzählen kann, auf einige Aufnahmen hat er es in den Fünziger Jahren gebracht, hier seine Cover-Version des Larry-Williams-Titels “Short Fat Fannie” mit einer Geschichte, zusammengesetzt aus den Titel vieler bekannter Rock’n’Roll Songs. Aufgenommen 1959, zwei Jahre nach dem Original, aber damals nicht veröffentlicht, heutzutage aber auf einigen Samplern zu finden: RIcky Coyne.

Und jetzt einer der Väter des Rock’n’Roll, kommt auch wie Elvis aus dem Stall von Sam Phillips, nahm seine ersten Titel auf dessen Sun-Label auf, auch diesen hier, und zwar Anfang 1958: “Glad all over” – und danach noch ein zweiter Titel, einer den später auch Elvis Presley gecovert hat: “I’m Sorry, I’m Not Sorry”. Carl Perkins:

Carl Perkins / Glad All Over · bei Youtube hören

Carl Perkins / I’m Sorry I’m Not Sorry · bei Youtube hören

Linda Hayes / My Name Ain’t Annie · bei Youtube hören

LORA München, hier ist die Sendung Lauschlabor, heute mit der Rock’n’Roll-Ausgabe, und das war zuletzt Linda Hayes, begleitet von den Platters mit dem Titel “My Name Ain’t Annie” aus dem Jahr 1954, die Platters kommen dann gleich nochmal. Und vor Linda Hayes, das war Carl Perkins, ausnahmsweise nicht mit eigenen Titeln, sondern Coverversionen von Titeln anderer.

Eben hatten wir Linda Hayes begleitet von den Platters, die später mit großartigen Schnulzen wie Only You, The Great Pretender usw. berühmt werden sollten. Anfang der 50er Jahre hörten sie sich noch etwas anders an, Hier “Hey Now” von 1953 und “Maggie Doesn’t Work Here Anymore”:

The Platters / Hey Now · bei Youtube hören

The Platters / Maggie Doesn’t Work Here Anymore · bei Youtube hören

Pat Ferguson / Fool I Am · bei Youtube hören

Nach den Platters war das Pat Ferguson, mit “What A Fool I Am” und das war die einzige Platte, die es von ihr gibt, nun gut eine Rückseite hat die Platte natürlich auch gehabt, die hieß “Tonight”, spiele ich aber heut nicht. Pat Ferguson ist übrigens die Mutter von Fergie, der Hiphopperin Stacey Ferguson.

Ein Blick auf die Uhr sagt: Das war’s für heute mit Rock’n’Roll und verwandter Musik hier bei LORA München. Im Programm waren heute Pat Ferguson, The Platters, Linda Hayes, Carl Perkins, Rick Coyne, Connie Francis und Conny Froboess, Freddy Bell, Roxanne Potvin, Ruth Brown, Wanda Jackson, Ronnie Self, Sparkle Moore, Elvis Presley und Wanda Jackson, Und nachlesen können Sie das alles auf der LORA-Webseite, wenn Sie auf “Aktuelles & Service” klicken und dann auf Lauschlabor-Rock’n’Roll. Per E-Mail erreichen Sie mich unter lauschlabor@web.de, zum Beispiel, wenn Sie einen Plattenwunsch haben.

So: ein ähnliches Programm wie gibt es das nächste Mal wieder am 24. Oktober – wieder von 23 bis 24 Uhr hier auf der 92.4.

Und nächste Woche hören Sie hier Liv Dienstbach wieder mit “Heard-und-Heavy”.

Verantwortlich und am Mikrofon war heute Michael Lucan.

Ich bedanke mich für’s Zuhören, und wünsche Ihnen ein Gute Nacht mit Larry Manuel und “Don’t Try To Call Back Tomorrow”.

Larry Manuel / Don’t Try To Call Back Tomorrow · bei Youtube hören

Veröffentlicht unter http://on-air.lucan.org/rocknroll-und-verwandtes-010 am 19. April 2014 um 09:39

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