Steinbank für eine atomkraftfreie Zukunft

Steinbank an der Isar (Foto)

Die Steinbank an der Isar


Seit gestern steht am Isarstrand eine Steinbank für eine atomkraftfreie Zukunft.
Auf Initiative der Nuclear-Free-Future-Award-Foundation weihte Bürgermeister Hep Monatzeder den Stein ein.

Ein kurzer Bericht von Michael Lucan:

2014-03-12_Steinbank_an_der_Isar

Hep Monatzeder: “Das Atomzeitalter wurde von uns Menschen begonnen, nur wir Menschen können es auch beenden!” – So lautet die Inschrift der neuen Steinbank, die seit heute südlich der Wittelsbacher Brücke am Isarufer steht.

Eröffnungszeremonie am Isarstrand (Foto)

Eröffnungszeremonie am Isarstrand

Die Bank ist keine Bank, auch wenn man sich draufsetzen kann. Sie ist ein liegender Gedenkstein, ein Gedenkstein für eine Welt ohne Atomenergie und Atomwaffen, angeregt von der Nuclear-Free-Future-Award-Foundation.

Hep Monatzeder, der GRÜNE Münchner Bürgermeister: “Also, die Organisation Nuclear-Free-Future-Award ist zu mir gekommen und hat gesagt, sie würden ganz gern einen Gedenkstein in München aufstellen, für das erste zivile Opfer im Zusammenhang mit den Castor-Transporten und damit auch das Thema “Nachdenken über die Gefahren der Atom-Energie”. Also nicht nur die Gefahr in Bezug auf atomare Waffen, sondern auch bei der so genannten ‘friedlichen’ Atomindustrie, also der Herstellung von Energie.

Hep Monatzeder (Foto)

Hep Monatzeder

Und wir haben uns darauf verständigt, einen attraktiven Platz zu finden, wo wir diesen Gedenkstein aufstellen können. Und das ist uns gelungen: Nämlich hier, an den Isarauen. Im Bereich der renaturierten Isar, wo ziemlich viele Menschen vorbeikommen und dann hoffentlich auch mal hier stehenbleiben und darüber nachdenken, was Atom-Energie für die Menschheit bedeutet. Die Sicherheitsfrage, die Endlagerungsfrage, die Gefahren für eine Demokratie, weil man versucht, Nuklearunfälle zu verheimlichen, keine Informationen rauszugeben. Diese Erkenntnisse haben wir aus dem schlimmen Unglück von Tschernobyl, wo einiges an Radioaktivität ja auch in Bayern herunter gekommen ist. Also, das soll dieser Gedenkstein mit bewirken.”

Und deshalb ist der Gedenkstein als eine Art Parkbank aus Stein nicht weit weg vom Baldeplatz, gleich südlich der Wittelsbacher Brücke an der Isar aufgestellt worden. Und gleich daneben pflanzte die Landeshauptstadt eine junge Silberweide.

Die Steinbank für eine atomkraftfreie Zukunft (Foto)

Die Steinbank für eine atomkraftfreie Zukunft

Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nuclear-Free-Future-Award-Foundation und zufälligen Spaziergängern und Radlerinnen nahm auch Münchens Ehrenbürger, der Physiker Hans-Peter Dürr an der kleinen Zeremonie teil. Und auch der Stifter und Steinmetz Claus Rehm war dabei. Avangardistische Töne produzierten Sebi Tramontana und Andreas Koll.

Claus Biegert von der Nuclear Free Future Award Foundation: “Also, bei der Bank gab’s für mich – ich weiß nicht, wie’s andern gegangen ist – viel Missverständnisse. Ich hab’ Anrufe bekommen: Wo gründet Ihr die Bank? Und wie kann ich da gleich einen Wechsel vornehmen?
Ich denk’, es ist ja ganz gut, wenn man sich verabreden will: Wo treffen wir uns? Sagen wir, bei der Bank!”

Zum Abschluss seiner Rede erwähnte Claus Biegert den Naturreaktor Niederaichbach, der 1986 während der Tschernobyl-Katastrophe seinen eigenen Anteil am Fallout in Bayern gehabt haben soll:

Claus Biegert (Foto)

Claus Biegert

“Die Radioaktivität hat ja interessante Eigenschaften, sie fordert unser Vorstellungsermögen heraus, dass nach Tschernobyl doch der Fallout hier so besonders stark war. Und dann hör’ ich manchmal: Ja, es könnte sein, dass das garnicht Tschernobyl war. Es gab nämlich in Niederaichbach einen Reaktor. Einen Naturreaktor, den Siemens als ‘Schaufenster-Modell’ errichtet hatte. Aber der Reaktor funktionierte nicht und ist nach 18 Tagen wieder vom Netz gegangen.

Ich weiß nicht, wer sich noch an die “Schwarzen Sheriffs” erinnert; die “Schwarzen Sheriffs” haben dann den Reaktor bewacht. Und dann ist Tschernobyl passiert. Und 5 Wochen nach Tschernobyl war die Abrissgenehmigung da. Ich hab’ dann auch recherchiert und einen Kommentar gefunden, dass beim Abriss des Reaktors kaum Radioaktivität da war. Und vorher musste er bewacht werden.
Also, der Schluss liegt nahe, dass Tschernobyl benutzt wude, um “zu lüften”. Es ist eh’ alles voll, da merkt das niemand.

Ich hab’ dann ein Interview gemacht mit dem damaligen Sicherheitschef des Max-Planck-Instituts. Und er sagte: ‘Bevor wir uns hinsetzen, möche ich Sie nur eine Sache fragen. Sie wissen schon, wenn Sandoz den Rhein rot färbt, dass alle aufdrehen und die Gunst der Stunde nutzen?” Da hab’ ich gesagt: ‘Das ist mir schon klar!’ Da sagt er: ‘Nein, ich muss ja wissen, ob Sie jetzt ein Illusionist sind, und denken, Wirtschaft ist … ja? Nur damit wir uns verstehen.’

Und dann sagte er: ‘Naja, das war wahrscheinlich so, aber mich regt eine andere Sache noch viel mehr auf. Als wir am 29. April damals unsere Routinemessungen im Max-Planck-Institut vorgenommen haben, ging der Geigerzähler hoch. Und wir haben auf die nächste Ebene geschaltet, und er ging weiter und weiter. Und wir dachten, in unserem Haus ist etwas passiert. Bis einer sagte: Das Fenster ist ja offen. Und wir haben gesehen: Ja, es kommt von draußen. Wir haben sofort beim Ministerium angerufen, und dort hieß es: Es darf nichts nach außen dringen. Ihr müsst schweigen!’

Das Max-Planck-Institut durfte nichts äußern.”

Soweit der Beitrag von Michael Lucan über die Steinbank für eine atomkraft-freie Zukunft bei der Wittelsbacher Brücke. Zum Schluss hörten wir Claus Biegert von der Nuclear-Free-Future-Award-Foundation über den Siemens-Naturreaktor Niederaichbach, dessen radioaktive Strahlung im Tschernobyl-Fallout “versteckt” worden sein soll.

Von http://on-air.lucan.org hierher übernommen am 3.09.2015/ml

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